Seifenherstellung
Das Kaltverfahren
Es gibt verschiedene Wege, Seife herzustellen. Die von mir bevorzugte Herstellungsmethode ist das sogenannte Kaltverfahren – die zeitintensivste, aber auch schonendste Art der Seifenherstellung. Hierbei werden verschiedene Öle und Fette mit einer Lauge (hier Natronlauge) in einem zuvor errechneten Verhältnis gemischt. Für den Umgang mit Natronlauge bedarf es natürlich einiger Sicherheitsvorkehrungen.
Die jeweiligen Zutaten werden in unterschiedlichen Gefäßen auf ca. 40° C temperiert und dann vermischt und sorgfältig verrührt, bis eine homogene Masse entsteht, die der Konsistenz frisch gekochten Puddings ähnelt. Nun können noch, je nach Rezept, Zusätze wie z.B. Kräuter, Düfte, Färbemittel, besonders wertvolle, rückfettende Öle, Milch, Honig, Heilerde usw. hinzugegeben werden.
Die rohe Masse wird anschließend in eine geeignete Form (meistens aus Holz, Silikon oder Kunststoff) gegossen und – abhängig von den Zutaten – eventuell noch gegen Kälte isoliert. Nun folgt unter eigenständiger Hitzeentwicklung der Verseifungsprozess, dass heißt, die Lauge verbindet sich mit den Ölen und Fetten zu Seife. Das dabei entstehende wertvolle Glycerin wird der Naturseife – im Gegensatz zur industriell hergestellten Seife – nicht nachträglich entzogen.
Nach ca. 24 Stunden ist die Seifenmasse so abgekühlt und gehärtet, dass sie ausgeformt und gegebenenfalls geschnitten werden kann. Nun folgt eine mindestens vierwöchige Reifezeit, in der sich der Verseifungsprozess vollendet. Überschüssiges Wasser verdunstet und der ph-Wert sinkt. Die Seife wird milder. Wer sich gedulden kann, lässt die Seife noch etwas länger reifen. Ich persönlich finde meine Seifen nach zwei bis drei Monaten optimal im Gebrauch.
Überfettung
Handgesiedete Seife enthält immer einen bestimmten Anteil an überschüssigem Fett, das nicht von der Lauge verseift wird. Die Überschussmenge kann individuell gewählt werden und dient der Rückfettung der Haut. Eine Seife mit hohem Überfettungsgrad eignet sich also für trockene und strapazierte Haut. Sogenannte Shampooseifen sind nur wenig überfettet und sind sowohl für die Haare als auch für ölige Haut geeignet.

